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Zehnter Platz für Gabriel Odor im Massenstart - Vanessa Herzog beendet 1.000 Meter als Elfte

zurück Zehnter Platz für Gabriel Odor im Massenstart - Vanessa Herzog beendet 1.000 Meter als Elfte

Auch am Samstag konnten Österreichs Eisschnellläufer einen weiteren Top Ten Platz bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften im niederländischen Heerenveen bejubeln. Jungstar Gabriel Odor landete im spektakulären Massenstart, für den er sich als Halbfinalzweiter souverän qualifizierte, auf dem zehnten Rang. Vanessa Herzog beendete ihre Saison mit einem elften Rang über 1.000 Meter. Für Katharina Thien und Natalie Kerschbaummayr war im Massenstart im Halbfinale Endstation.

"Es war ein geiles Rennen. Ich war von Anfang an gut positioniert im Finale. Leider ist mir dann in der Schlussrunde ein Kontrahent aus Russland noch in die Quere gekommen, aber beim ersten WM-Rennen in den Top Ten zu landen, freut mich sehr. Ich bin zufrieden mit dem heutigen Tag und sehr stolz auf meine Leistung", erklärte Odor nach dem Massenstart. Gold ging im jüngsten Bewerb der Einzelstrecken-Weltmeisterschaften, der seit 2015 im Programm steht, an den US-Amerikaner Joey Mantia, der zum dritten Mal in seiner Karriere Weltmeister im Massenstart wurde. Silber eroberte der Titelträger von 2015, der Niederländer Arjan Stroetinga. Bronze ging an den Europameister Bart Swings.

Odor zog als Zweiter seines Semifinales souverän in den Endlauf ein. Gemeinsam mit dem Russen Danila Semerikov attackierte er im 16-Runden-langen Rennen früh und fuhr schnell einen großen Vorsprung auf die Verfolger heraus. Das Duo überrundete teilweise sogar das Hauptfeld und zog unangefochten in das Finale ein. "Da hatten wir ein Näschen für den richtigen Moment", war Odor stolz, der das schnelle Semifinale gut verkraftete, wie sich dann später herausstellte. Denn das ganze Finale weg fuhr er sehr aufmerksam, deckte die großen Favoriten eng ab. Lediglich in der vorletzten Kurve verdrängte der Halbfinalbegleiter Semerikov den jungen Tiroler aus dem Windschatten von Swings. Odor musste sich neu einordnen und verlor dadurch wichtige Meter. Im Schlusssprint wurde er Achter und verpasste dadurch Punkte, was ihn auf den zehnten Gesamtplatz zurückwarf.

Knapp an den Top Ten schrammte Vanessa Herzog über 1.000 Meter vorbei. Die 25-Jährige, die vor zwei Jahren Vizeweltmeisterin auf dieser Distanz wurde, war mit ihrem letzten Saisonrennen nicht unzufrieden. „Irgendwie war es ein versöhnlicher Abschluss dieser Saison. Ich hatte mir zwei schnelle erste Runden vorgenommen und wollte dann die Schlussrunde irgendwie überstehen. Die Startzeit war echt gut, sogar die schnellste des gesamten Feldes. Auch bei 600 Metern war ich noch gut dabei, in der Schlussrunde kam dann der erwartete Abfall von der Zeit her", analysierte Österreichs Sportlerin des Jahres 2019 und fügte an: "Trotzdem war es von meinen Tausender-Starts in dieser Saison heute der beste." Den Titel eroberte die US-Amerikanerin Brittany Bowe vor der Niederländerin Jutta Leerdam und der Russin Elizaveta Golubeva, die püberraschenderweise das Podium komplettierte.

Nach über zwei Monaten auf niederländischem Territorium kehrt die Wahlkärntnerin nun am Sonntag in ihre Heimat zurück. "Ich freue mich schon richtig auf die Heimfahrt jetzt", gestand sie. Mit einem Weltcuppodium, einem sechsten Platz bei der Sprint-EM sowie den Rängen fünf und elf über 500 und 1.000 Meter nun bei den Weltmeisterschaften unterstrich sie einmal wieder, dass sie zu den schnellsten Eisläuferinnen der Welt gehört.

Ihr Debüt im rot-weiß-roten Rennanzug gaben in den Massenstarthalbfinali die Steirerin Katharina Thien sowie die in Innsbruck lebende Natalie Kerschbaummayr. Die beiden jungen Athletinnen versuchten mit ganz unterschiedlichen Taktiken sich ins Finale zu kämpfen. Kerschbaummayr versuchte es in ihrem Heat mit einer frühen Attacke, wollte dadurch wertvolle Punkte bei den Zwischensprints erobern. "Leider haben sie mich auf der letzten Geraden vor dem Punktesprint wieder gestellt", berichtete die 22-Jährige und fügte an: "Es war ein harter Lauf und ich habe riskiert. Es war eine große Erfahrung für mich, auch eine schmerzvolle. Ich nehme aber sehr viel Positives aus diesem Rennen mit."

Als Elfte des Halbfinales verpasste Kerschbaummayr genau wie kurz darauf Thien den Sprung ins Finale, denn nur die Top acht stiegen auf. Die Steirerin, die sich mit ihren ersten beiden Weltcupsstarts in ihrer Karriere überraschend für die WM qualifizierte, blieb bis zum Finale auf Tuchfühlung mit den großen Favoritinnen. Nur ganz knapp sprintete Thien als Zehnte am Finaleinzug vorbei. "Es war eine tolle Erfahrung und machte Lust auf mehr. Es ist natürlich Schade, dass es so knapp war. Vor ein paar Wochen hätte ich von einer WM-Teilnahme nicht einmal geträumt, von dem her bin ich ganz zufrieden", kommentierte Thien ihr Debüt. Den Massenstart der Frauen gewann die 22-jährige Niederländerin Marijke Groenewoud, die sich im Schlusssprint vor den beiden Topfavoritinnen Ivanie Blondin aus Kanada und Irene Schouten aus den Niederlanden durchsetzte. Die 1.000 Meter der Herren gewann Kai Verbij aus den Niederlanden vor dem Russen Pavel Kulizhnikov und dem kanadischen 500-Meter-Weltmeister Laurent Dubreuil.

Auch für Kerschbaummayr und Thien sind die Weltmeisterschaften und gleichzeitig die Saison beendet. Noch nicht für Odor, der am Sonntag um 13:30 Uhr noch über 1.500 Meter im Einsatz ist. Dort hofft der junge Tiroler noch auf eine schnelle Zeit im letzten Lauf des Eisschnelllauf-Winters.

Ergebnisse:
1.000 Meter Frauen:
1. Brittany Bowe (USA) 1:14.128
2. Jutta Leerdam (NED) 1:14.672
3. Elizaveta Golubeva (RUS) 1:14.848
11. Vanessa Herzog (AUT) 1:16.457

Massenstart Männer:
1. Joey Mantia (USA)
2. Arjan Stroetinga (NED)
3. Bart Swings (BEL)
10. Gabriel Odor (AUT)

Massenstart Frauen:
1. Marijke Groenewoud (NED)
2. Ivanie Blondin (CAN)
3. Irene Schouten (NED)

1.000 Meter Männer:
1. Kai Verbij (NED) 1:08.052
2. Pavel Kulizhnikov (RUS) 1:08.313
3. Laurent Dubreuil (CAN) 1:08.569

Massenstart Semifinale 1 Frauen:
1. Irene Schouten (NED)
2. Francesca Lollobrigida (ITA)
3. Valerie Maltais (CAN)
11. Natalie Kerschbaummayr (AUT)

Massenstart Semifinale 2 Frauen:
1. Marijke Groenewoud (NED)
2. Ivanie Blondin (CAN)
3. Elizaveta Golubeva (RUS)
10. Katharina Thien (AUT)

Massenstart Semifinale 1 Männer:
1. Danila Semerikov (RUS)
2. Gabriel Odor (AUT)
3. Jordan Belchos (CAN)

13.02.2021 18:32

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