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Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften als Bubble-Finale in den Niederlanden

zurück Vanessa Herzog / Foto: Joosep Martinson/GettyImages/International Skating Union

Mit Vanessa Herzog, Gabriel Odor, Katharina Thien und Natalie Kerschbaummayr sind gleich vier rot-weiß-rote Athleten bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften am kommenden Wochenende in Heerenveen im Einsatz. Erneut ist die Thialf-Eishalle der Schauplatz für eine Großveranstaltung, die auch das Ende der so kurzen Saison einläutet. Denn nach den Europameisterschaften, den beiden Weltcups endet nun mit den Einzelstreckenweltmeisterschaften ein sehr spezielles Jahr für die Österreichs Kuvenflitzer.

"Nach jetzt fast drei Monaten in den Niederlanden und vier Wochen am Stück in der "Bubble" freue ich mich schon richtig auf die Weltmeisterschaften. Die 500 Meter sind mein Saisonhöhepunkt und ich spüre, dass die Form zu genau jenem Tag X perfekt passt", erklärte Herzog, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas schon vor dem Jahreswechsel in die Niederlande ging, um für die spezielle Wettkampfsaison gerüstet zu sein. Die Weltmeisterin von 2019 gehört auch in diesem Jahr zum Kreis der Medaillenfavoritinnen über die kürzeste Distanz, was sie mit einem dritten Rang beim zweiten Weltcup in Heerenveen deutlich unter Beweis stellte.

"Das Leben in der Athleten-Blase hat eigentlich ganz gut gepasst. Wir hatten viel Zeit um technische Details zu analysieren. Für Abwechslung sorgten einige Partien Tischtennis, Darts und etwas Würfeln als Erholungsprogramm", schilderte die 25-Jährige, die 2019 zu Österreichs Sportlerin des Jahres gekürt wurde. "Wenn alles passt, dann will ich über 500 Meter vorne dabei sein. Dafür braucht es meine schnellste Zeit im Thialf, im wichtigsten Rennen der Saison", blickte die Wahlkärntnerin voraus. Am Freitag, dem zweiten Bewerbstag der Einzelstrecken-WM, warten die 500 Meter. Auf diesen wird sie die WM auch für Österreich eröffnen, denn die drei weiteren Sportler aus dem Quartett sind dann am Samstag im Massenstart im Einsatz.

Der Samstag ist überhaupt der Großkampftag für Österreichs Athleten, denn auch für Herzog warten dort dann noch die 1.000 Meter. Odor, Kerschbaummayr und Thien geben ihr WM-Debüt im österreichischen Rennanzug im Massenstart. Der 20-Jährige aus Grinzens könnte aber eventuell noch auf einen weiteren Einsatz hoffen, steht er über 5.000 Meter, die am Donnerstag gelaufen werden, noch auf der Ersatzliste. "Ich freue mich auf die Premiere, auch wenn ich die vergangene Woche etwas angeschlagen war. Jetzt passt aber wieder alles und ich habe mir viel vorgenommen", blickte Odor voraus. Im Massenstart will der junge Allrounder in das Finale der besten 16 Athleten einziehen. Am Sonntag ist er dann noch auf einer Einzelstrecke, den 1.500 Metern im Einsatz. Dort hat er sich auch im Weltcup in die A-Gruppe vorgekämpft, verteidigte seine Platzierung zuletzt souverän mit einem 16. Platz.

"Ich würde gerne wieder eine Zeit von 1:46 Minuten laufen, aber es ist irrsinnig schwer, die Form über fünf Wochen so konstant aufrecht zu erhalten. Deshalb lasse ich die Bewerbe jetzt einmal auf mich zukommen", so der junge Tiroler, der vor dem Saisonbeginn mit zwei WM-Starts nicht gerechnet hatte. Ebenso die Steirerin Katharina Thien, die vor zwei Wochen ihr Weltcupdebüt in Heerenveen gab. Im Massenstart qualifizierte sie sich für das stark besetzte WM-Feld. "Noch vor einer Woche hätte ich es nicht geglaubt. Ich bin überglücklich über die Qualifikation", berichtete die 20-Jährige. Seit drei Wochen ist sie in der Eisschnelllauf-Hotelblase mit dem heimischen Team. "Ich komme aber damit gut zu Recht. Wir haben zwei Trainings täglich und den Rest nutze ich zum Lernen. Dabei vergeht dann eh die Zeit und wenn nicht, dann kann man mit Spaziergängen den Rest noch gut überbrücken", so Thien.

Österreichs vierte Teilnehmerin geht in ihre dritte WM. Denn bis vor zwei Jahren startete die in Ostrava geborene und jetzt in Innsbruck lebende Kerschbaummayr für die Tschechische Republik. 2016 wurde sie an der Seite von 16-fachen Weltmeisterin Martina Sablikova, Siebte in der Teamverfolgung, 2019 landete sie auf Rang 17 im Massenstart. Dieses Ergebnis könnte sie mit einem Finaleinzug am Samstag toppen. Denn aus 24 Teilnehmerinnen qualifizieren sich 16 Athletinnen für das Finale. "Ich freue mich schon auf die WM. Sie ist eine besondere, meine erste für Österreich. Es ist schön, dass ich gemeinsam mit einer Teamkollegin in den Bewerb gehe und das ist richtig aufregend. Ich möchte aus meiner Chance das Beste rausholen", so die 22-Jährige.

Auch sie hatte keine Eingewöhnungsprobleme an die Athleten-Bubble in der niederländischen Stadt: "Es lief bisher ganz gut, wir hatten tolle Trainingsmöglichkeiten und die Atmosphäre war ruhig und angenehm. Jetzt beginnt die WM-Woche und ich freue mich schon riesig darauf."

Programm:
Donnerstag, 11. Februar 2021
14:50 Uhr 3.000 Meter Frauen
16:00 Uhr 5.000 Meter Männer

Freitag, 12. Februar 2021
15:10 Uhr Teamverfolgung Frauen
15:30 Uhr Teamverfolgung Männer
16:10 Uhr 500 Meter Männer
17:00 Uhr 500 Meter Frauen (mit Vanessa Herzog)

Samstag, 13. Februar 2021
13:50 Uhr Massenstarthalbfinale Frauen (mit Natalie Kerschbaummayr und Katharina Thien)
14:30 Uhr Massenstarthalbfinale Männer (mit Gabriel Odor)
15:10 Uhr 1.000 Meter Frauen (mit Vanessa Herzog)
16:00 Uhr 1.000 Meter Männer
16:55 Uhr Massenstartfinale Frauen
17:10 Uhr Massenstartfinale Männer

Sonntag, 14. Februar 2021
12:30 Uhr 1.500 Meter Frauen
13:30 Uhr 1.500 Meter Männer (mit Gabriel Odor)
14:30 Uhr 5.000 Meter Frauen
15:35 Uhr 10.000 Meter Männer

08.02.2021 16:04

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